Denkmalgerechte und zeitgemäße Gebäudesanierung

Gewiss bezaubert die Architektur des Staatstheaters Cottbus selbst schon mit einer charmanten Eleganz, doch liebreizende Stadtvillen und historische Denkmalbauten rundum das Jugendstil-gebäude lassen es noch anmutiger erscheinen. Gemeinschaftlich sind sie architektonische Zeitzeugen, die die künstlerischen Ideen ihrer jeweiligen Zeit sowie die handwerklichen und materialtechnische Fähigkeiten ihrer Epoche in unsere heutige Zeit transportieren. Damit sie auch künftigen Generationen als kulturelle Zeugnisse dienen, gilt es sie einerseits in ihrer Authentizität zu bewahren, andererseits jedoch auch heutigen Wohn- und Lebensbedingungen anzupassen.

Ein gelungenes Beispiel für die architektonische Verbindung von Klassik und Moderne ist das ebenfalls im Jugendstil errichtete Doppelwohnhaus in der Karl-Liebknecht-Straße 28/28a. Im Rahmen der Sanierung der um 1906 in traditioneller Mauerwerksbauweise errichteten Mehrfamilienhäuser wurden die Dächer und Fassadenflächen instandgesetzt, Fenster erneuert und Vorgärten neugestaltet. Ob „Schönheitsreparaturen“ am Zierfachwerk im Obergeschoss, am Ranken- und Rispendekor im Eingangs- und Giebelbereich oder die handwerkliche Aufarbeitung der mit Schnitzdekoren versehenen Hauseingangstüren – das 4-geschossige, nahezu symmetrische Doppelhaus erstrahlt von Kopf bis Fuß in neuem Glanz.

Glänzende Aussichten haben nun auch wieder die Bewohner der untersten beiden Geschosse. Aus Sicherheitsgründen wurden hier die ursprünglich an den Gebäuden befindlichen Balkone in den vergangenen Jahren bereits abgebrochen. Jetzt wurde hofseitig wieder eine Balkonanlage angebracht. Die Vorstellbalkone mit Blick auf den geschlossen Hinterhof wurden dabei in einer geradlinig, modernen Form gestaltet. Anders hingegen die Vorbauten mit Balkon auf der Vorderseite der historischen Gebäude, die originalgetreu instandgesetzt wurden. Die Einzeldenkmäler in der Karl-Liebknecht-Straße 28/28a bieten somit nicht nur einen fantastischen Anblick, sondern nun auch wieder einen hervorragenden Ausblick. So etwa auf das ehemalige „Hotel zum Marktgrafen“ an der Ecke Karl-Liebknecht-Straße/ Schillerstraße, dass mit den beiden im Frühjahr 2016 installierten Turmhauben nun fast hoheitsvoll anmutet.

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