Von der Kraftfahrzeughalle zur Künstlerschmiede

Mit einer außergewöhnlichen Gebäudevorstellung beteiligte sich die Gebäudewirtschaft Cottbus an der diesjährigen „Nacht der kreativen Köpfe“. Die Türen der Probebühnen des Staatstheaters Cottbus wurden für die Besucher geöffnet und gestatteten so einen Blick hinter die Kulissen dieser schmucken Kultureinrichtung.

 

 

Matthias Günther, Technischer Direktor des Staatstheaters, informierte die Besucher in seinen kenntnisreichen Vorträgen und bei anschließenden Führungen durch das Haus, wie vor zehn Jahren ein ehemaliger Militärkomplex auf dem Gelände der früheren General-von-Alvensleben-Kaserne in nur neunmonatiger Bauzeit zu einer sehenswerten Kulturstätte umgestaltet wurde.

Dadurch fanden bis dahin in der Stadt dezentral untergebrachte Proben-, Werkstatt- und Lagerräume ein neues gemeinsames Domizil. Staatstheater, Stadt und Bauherr Gebäudewirtschaft Cottbus wirkten hierbei eng zusammen.

Die Anfang der 80er Jahre errichtete Militärhalle wurde komplett entkernt. Abgerissen wurden Wände, und Fußböden, alte Sanitäreinrichtungen und Rohrleitungen. Es folgte ein umfangreicher Neubau. Neben der architektonisch einmaligen Gestaltung des Innenbereiches mit Toiletten, Umkleideräumen, Duschen und Ankleidezimmern wurden besondere Anforderungen an den Bau der neuen Probenräume gestellt.

 

 

Erwähnt seien die direkte und indirekte Beleuchtung, akustische Besonderheiten des Schallschutzes an Wänden und Decken, schaumstoffgelagerte Federböden, Spiegelflächen im Ballettsaal und im großen Probenraum sowie die treppenstufige Anordnung des Chorprobenraums. All das wurde hervorragend und in sehr guter Qualität umgesetzt, davon konnten sich die Besucher der „Nacht der kreativen Köpfe“ überzeugen.

 

 

Beim Rundgang konnten sie live miterleben, wie konzentriert und engagiert für die Ballettinszenierung „Romeo und Julia“ geprobt wurde. Im kleinen Probensaal nebenan musizierte ein Streichquartett und begeisterte die Zuhörer mit hervorragenden Klangspielen. Mucksmäuschenstill verhielten sich die Besucher auch im Probenraum des Schauspiels. Die Proben für das Theaterstück „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ zogen die abendlichen Gäste in den Bann. Gespannt verfolgten sie die mit Hingabe dargebotenen unterhaltsamen Szenen.

 

 

Wer sich vor oder nach dem Besuch in der Theaterstätte stärken wollte, dem bot sich dazu bei einem kleinen Imbiss eine gute Gelegenheit. Bei Speis und Trank konnten die Besucher außerdem eine eindrucksvolle Feuershow verfolgen. Dargeboten wurde sie von der Gruppe „Ravenchild“, die tags zuvor gerade von einer Reise aus England in die heimischen Gefilde zurückgekehrt war. Die Feuerkünstler haben ihre Heimstatt im Ortsteil Kathlow der Gemeinde Neuhausen im Spree-Neiße-Kreis. Vor den Probebühnen zeigten die Artisten atemberaubende Kunststücke im Spiel mit dem Feuer. Flammen schossen himmelwärts, Feuertöpfe wirbelten durch die Dunkelheit und Feuerfontänen erleuchteten die Silhouette des Probenzentrum in der Lausitzer Straße. Ein Abend mit unvergesslichen Eindrücken.

 


 

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